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đ Das Ende des „freien“ Internets
Wir erleben gerade die letzten Wochen/Monate/Jahre (?) des âfreienâ Internets, wie wir es kennen und lieben gelernt haben.
Bots und Spam werden durch AI in nĂ€chster Zeit so gut und menschenĂ€hnlich, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, das zu erkennen und einzuschrĂ€nken. Was das aktuell noch zurĂŒckhĂ€lt sind die relativ groĂen Kosten. Sobald das âgelöstâ ist, wird es einen Zeitpunkt geben, wo sich das Internet radikal verĂ€ndert und wir werden nichts dagegen tun können als radikale Technologien einzusetzen, die das offene und freie Internet quasi beenden.
Es bricht mir mein Herz đ.
Wie das (wahrscheinlich) aussehen wird? Es wird ein paar Gatekeeper geben, die bestimmen, wer ein*e authentische*r User*in ist (sehr wahrscheinlich die jetzt groĂen Plattform-Betreiber, also Apple, Google, Microsoft). Und diese werden zusammen mit einer Schnittstelle dafĂŒr sorgen, dass nur mehr von ihnen authentifizierte User*innen Zugang zu Seiten/Apps haben. Alle anderen werden auf Netzwerk-Level direkt von Firewalls blockiert.
Erste Schritte dafĂŒr wurden schon in die Wege geleitet: Private Access Tokens von Apple zusammen mit Cloudflare sind genau das.

Apple stellt sicher, dass es sich um eine*n authentische*n User*in handelt, hÀngt einen Token beim Request an, und Cloudflare lÀsst diesen Request nur mehr zum Server durch, wenn dieser validiert wurde. Google arbeitet an einem Àhnlichen System. Das ganze wurde als Privacy Pass bei der Internet-Standard-Organisation IETF als Protokoll vorgeschlagen. Autoren sind Apple, Google und Cloudflare.
Das Problem dabei, dass es dann kein offenes Web mehr ist. Das Internet ist von Grund auf eine offene Plattform. Jeder kann theoretisch einen Browser programmieren und darauf zugreifen. Oder einen Request an einen Server senden und Daten in Form von HTML zurĂŒckbekommen. Auch wenn dies stetig aufgeweicht wird, ist der Gedanke immer noch der gleiche. Das wird kĂŒnftig jedoch unmöglich. Gatekeeper sagen dann, wer darauf zugreifen kann. FĂ€llst du mit einem dieser Gatekeeper in Ungnade (zB Apple sperrt deine Apple ID/Account) bist du kein*e authorisierte*r User*in mehr und bist ausgesperrt. FĂŒr immer.
Auch denkbar möglich, dass Systeme von Staaten hier mit reinspielen. zB -> ID Austria Authentifizierung, dass ein Gatekeeper dich als âauthentische*n User*inâ bestĂ€tigt. Auch wenn die VerknĂŒpfung nur on-device wĂ€re und das Protokoll anonym funktioniert, ist das ein Ding, das mir Sorgen macht.
Gleichzeitig weiĂ ich, dass es anders nicht mehr gehen wird. Man sieht es jetzt schon, wie ĂŒberrannt Plattformen von Spambots werden. Und sobald die AI-Floodgates geöffnet sind (im Sinne von, sobald es rentabel möglich ist), wird das nicht mehr filterbar sein.
Was es in Vorbereitung dessen braucht, sind Regulierungen, die den Zugang zum Internet fĂŒr Nutzer*innen sichern. Und diese vor WillkĂŒr schĂŒtzen. Auch was Plattform-Betreiber dĂŒrfen und was nicht und dass man als Nutzer*in einen Weg hat, eventuelle Entscheidungen zu beanstanden.